Apotheker beklagen – die Liste, der nicht lieferbaren Wirkstoffe, wird immer länger

 

Gähnende Leere in den Regalen der Apotheken und immer wieder Lieferengpässe auch bei gängigen Arzneimitteln, wie zum Beispiel Blutdrucksenkern, Antibiotika und Standartimpfstoffen. Derzeit liegen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) insgesamt 264 (ohne Impfstoffe) Meldungen über eingeschränkte Verfügbarkeit oder Lieferengpässe vor. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Sind Sparmaßnahmen der Grund für Lieferengpässe?

 

Wirkstoffe werden kostengünstig im Ausland – meist im asiatischen Raum – produziert. Für viele medizinische Produkte gibt es nur noch wenig Hersteller und Produktionsprobleme werfen schnell lange Schatten. Dementsprechend führen Schwierigkeiten in der Liefer- oder Produktionskette als logische Folge zu Engpässen. Hinzu kommt die Preispolitik anderer Länder, von denen für medizinische Produkte noch höhere Preise als in Deutschland gezahlt werden.

Ist deutsches Rabattsystem weltmarktfähig?

Das deutsche Rabattsystem ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen einzelnen Arzneimittelherstellern und einzelnen deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen über die exklusive Belieferung der Krankenversicherten mit einzelnen Arzneimitteln des Herstellers. Zudem sorgt dieses System für günstige Medikamentenpreise hält aber bei Engpässen dem Druck des Weltmarktes nicht stand.

Welche Folgen ergeben sich für den Patienten?

 

Nach Einschätzung des Bundesinstituts besteht „derzeit kein Anlass, grundsätzlich von einer besorgniserregenden Situation auszugehen“. Dennoch müssen Apotheker täglich Kunden ohne das benötigte Medikament nach Hause schicken, oder nach Alternativlösungen suchen. Infolgedessen führt dies unter Umständen, insbesondere bei älteren Patienten, zu Problemen bei der Einnahme von Medikamenten.

Auch Krankenhauspersonal klagt über Mangelversorgung. Medikamentenkonzentrate müssen per Hand gefertigt werden und damit erhöht sich die Möglichkeit einer Patientengefährdung.

Problembehebung durch neue Regelung von Mindestvorrat?

 

Eine sinnvolle Verteilung der Produktionsstätten auf mehrere Hersteller ist sicherlich anstrebenswert und kann eine stabile Versorgung mit Medikamenten gewährleisten. Engpässe durch Produktions- und Lieferverzögerungen werden minimiert. Auch über eine bedarfsgerechte Bevorratung wird debattiert, wobei wünschenswerter Weise auch über eine Minimierung der Transportwege nachgedacht werden sollte.

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